GHGA auf dem genomDE-Symposium: eine Infrastruktur für Genomdaten

Wie lassen sich Genomdaten in bessere Forschung und klinische Versorgung übersetzen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des genomDE-Symposiums 2026, das am 28. und 29. September in Bonn stattfand. Das Symposium brachte Akteure aus den Bereichen Gesundheitswesen, Forschung, Politik, Infrastruktur und Patient*innenorganisationen zusammen. Dabei wurden die Fortschritte des genomDE-Modellvorhabens vorgestellt und Wege hin zu einem vernetzten, lernfähigen Ökosystem für Gesundheitsdaten erörtert.

Ein zentrales Thema war die Bedeutung vernetzter Infrastrukturen, zuverlässiger Daten, eines sicheren Datenzugriffs sowie geeigneter Tools und Fachkenntnisse für die Weiterentwicklung der Genommedizin.

Mit einer etablierten Infrastruktur für Genomdaten und der Expertise der beteiligten Einrichtungen leistet GHGA seinen Beitrag zu diesem Vorhaben. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Einrichtungen und Personen hinter den GHGA-Datenknoten, die auch die Genomrechenzentren (GRZs) im Rahmen des genomDE-Modellvorhabens betreiben. Das Modellvorhaben baut damit unmittelbar auf der bestehenden Expertise von GHGA bei der Verwaltung von Genomdaten und der Bereitstellung eines sicheren Datenzugriffs auf.

Fünf GHGA-Poster auf dem Symposium zeigten, wie neben der Infrastruktur auch konkrete Abläufe und die Zusammenarbeit dazu beitragen, Genomdaten für die Forschung nutzbar zu machen. Dabei entwickelt GHGA Open-Source-Tools für die Datenübermittlung und Qualitätskontrolle, bringt Expertise im Bereich sicherer Verarbeitungsumgebungen (SPEs) ein und unterstützt die Reanalyse genetischer Daten. So entstehen wichtige praktische Grundlagen für die Aufbereitung, den Zugriff und die sichere und zuverlässige Analyse genomischer Daten, auch mit Blick auf den künftigen Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS).

Die Poster präsentierten zudem GHGAs Arbeit im Bereich der patientenorientierten Kommunikation. Die verständliche Vermittlung komplexer Themen rund um Genomdaten und deren Nutzung in der Forschung schafft die Grundlage für Verständnis und Vertrauen in die Infrastrukturen und Forschungsaktivitäten.

GHGA war auch während des Programms vertreten. Prof. Oliver Kohlbacher moderierte eine Sitzung zum Stand und zu den Perspektiven des genomDE-Modellvorhabens, Prof. Oliver Stegle stellte neue KI-basierte Werkzeuge für die Genetik vor, und Prof. Dieter Beule nahm an der abschließenden Podiumsdiskussion über ein lernfähiges und vernetztes Ökosystem für Gesundheitsdaten teil.

Das Symposium verdeutlichte, wie wichtig es ist, vorhandenes Fachwissen, Infrastrukturen und Arbeitsabläufe zu bündeln, um ein vernetztes Ökosystem für Genomdaten aufzubauen. Die Beiträge von GHGA zum genomDE-Modellvorhaben sind Teil dieser gemeinsamen Anstrengungen und tragen dazu bei, zuverlässige Grundlagen für die sichere und nachhaltige Nutzung von Genomdaten in Forschung und Gesundheitswesen zu schaffen.